SoLawi Erfurt sucht lebendigen Boden

Gesunder Boden - gesunde Pflanzen - gesunde Menschen

"Jährlich werden weltweit 75 Milliarden Tonnen Boden durch Wind und Wasser erodiert, meistens auf landwirtschaftlichen Flächen. Diese Umweltschäden können so schlimm werden, dass Menschen schließlich gezwungen sind, auf der Suche nach fruchtbarem Ackerland ihre Heimat zu verlassen." Dieses Zitat aus einer aktuellen Studie der Europäischen Union zum Jahr der Biodiversität (2010) belegt, wie dringlich das Problem der Bodenerosion durch falsche Bodenbearbeitung geworden ist.

Let's Talk about Soil! Anlässlich der ersten 'Global Soil Week' im November 2012 in Berlin, hat das IASS Potsdam dieses beeindruckende Video zu unserem oft gedankenlosen Umgang mit dem Boden vorgestellt!

Die Situation in der 'Blumenstadt' Erfurt

Der Großteil der landwirtschaftlichen Fläche ist in der Hand von wenigen Agrargenossenschaften, die aus den Staatsbetrieben der DDR hervorgegangen sind, mit industriell bearbeiteten Flächen jenseits von 1.000 Hektar. Von der Gesamtzahl der Betriebe arbeiten gerade einmal 6% nach ökologischen Standards auf weniger als 10% der Anbauflächen.

Erfurt wurde im 19. Jahrhundert zum Zentrum des Gartenbaus in Deutschland. Der in dieser Region maßgeblich von Christian Reichart entwickelte moderne Erwerbsgartenbau prägte das Bild der Stadt, nachdem im 17. Jahrhundert der Handel mit der heimischen Blaufärbepflanze Waid, durch preiswerteres indisches Indigo ersetzt wurde. Benary, Haage und Chrestensen hießen die Gärtnerdynastien, die bis heute bekannt sind und um 1900 auf allen wichtigen Gartenbau- und Weltausstellungen vertreten waren. Aus dieser Zeit stammt der Ruf Erfurts als 'Blumenstadt'. Begünstigt durch die klimatische Lage wurden überwiegend Blumen zur Saatgutgewinnung gezüchtet und diese Samen teils weltweit verschickt.

Gärtnerisch genutzte Flächen Erfurt mit seiner zentralen Lage im Thüringer Becken verfügt über ausgeprägt gute Schwarzböden. Die riesige Ebene begünstigt den großflächigen, maschinenintensiven Anbau von Getreide (überwiegend Weizen und Gerste), Pflanzen zur Grünernte (überwiegend Silomais), und Hackfrüchten (überwiegend Zuckerrüben und Kartoffeln). Der Anbau von Gemüse in ganz Thüringen erfolgt auf einer vergleichsweise kleinen Fläche von insgesamt ca. 1.000 Hektar. Die dominierenden Sorten in ihrer Rangfolge nach Größe der Anbaufläche sortiert sind: 1. Spargel, 2. Erdbeeren, 3. Weißkohl, 4. Blumenkohl, 5. Rotkohl, 6. Tomaten.
(Quelle: TLS 2014 - Bodennutzung in Thüringen).