SoLawi Erfurt - sorgt für lebendigen Boden

Der Großteil der landwirtschaftlichen Flächen Thüringens befindet sich im Besitz von wenigen Agrargenossenschaften, die nach 1989 aus den Staatsbetrieben (LPG) der DDR hervorgegangen sind. Diese Flächen, oftmals größer als 1.000 Hektar, werden mit industriellen Methoden bewirtschaftet. Von der Gesamtzahl der Betriebe arbeiten gerade einmal 6% nach ökologischen Standards auf weniger als 10% der Anbauflächen.

Erfurt wurde im 19. Jahrhundert zum Zentrum des Gartenbaus in Deutschland. Der in dieser Region maßgeblich von Christian Reichart (1685 - 1775) entwickelte moderne Erwerbsgartenbau prägt bis heute das Bild der Stadt. Bis dahin hatte der Handel mit Waid, der heimischen Blaufärberpflanze, die Erfurter reich gemacht. Damit war es vorbei als Waid im 17. Jahrhundert durch preiswerteres indisches Indigo ersetzt wurde. Benary, Haage und Chrestensen hießen die neuen Gärtnerdynastien, die um 1900 schon auf allen wichtigen Gartenbau- und Weltausstellungen vertreten waren. Aus dieser Zeit stammt der Ruf Erfurts als 'Blumenstadt', denn begünstigt durch die klimatische Lage wurden Blumen zur Saatgutgewinnung gezüchtet und die Samen teils weltweit verschickt.

Gärtnerisch genutzte Flächen Erfurt mit seiner zentralen Lage im Thüringer Becken verfügt über ausgeprägt gute Schwarzböden. Die riesige Ebene begünstigt den großflächigen, maschinenintensiven Anbau von Getreide (überwiegend Weizen und Gerste), Pflanzen zur Grünernte (überwiegend Silomais), und Hackfrüchten (überwiegend Zuckerrüben und Kartoffeln). Der Anbau von Gemüse in ganz Thüringen erfolgt auf einer vergleichsweise kleinen Fläche von insgesamt ca. 1.000 Hektar. Die dominierenden Sorten in ihrer Rangfolge nach Größe der Anbaufläche sortiert sind: 1. Spargel, 2. Erdbeeren, 3. Weißkohl, 4. Blumenkohl, 5. Rotkohl, 6. Tomaten.
(Quelle: TLS 2014 - Bodennutzung in Thüringen).

Bodenerosion ist auch in Thüringen (k)ein Thema!

"Jährlich werden weltweit 75 Milliarden Tonnen Boden durch Wind und Wasser erodiert, meistens auf landwirtschaftlichen Flächen. Diese Umweltschäden können so schlimm werden, dass Menschen schließlich gezwungen sind, auf der Suche nach fruchtbarem Ackerland ihre Heimat zu verlassen." Dieses Zitat aus einer aktuellen Studie der Europäischen Union zum Jahr der Biodiversität (2010) belegt, wie dringlich das Problem der Bodenerosion durch falsche Bodenbearbeitung geworden ist.

Let's Talk about Soil! Anlässlich der ersten 'Global Soil Week' im November 2012 in Berlin, hat das IASS Potsdam dieses beeindruckende Video zu unserem oft gedankenlosen Umgang mit dem Boden vorgestellt!

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