SoLawi Erfurt - Akteurinnen & Akteure stellen sich vor

Menschen brauchen einen Ort an dem sie sich treffen und austauschen können. Dieser Ort ist für uns das Clärchen, der Bio-Kaufladen von Tim in der Meienbergstraße. Hier sind wichtige Kontakte entstanden. Viele unsere ErnteteilerInnen haben darüber zu unserer Solawi gefunden. 'Das Clärchen' ist der lebendige Kommunikationsknoten für unsere weitere Arbeit.


Clärchen

Tim über seinen Bio-Kaufladen für unkonventionelle Lebensmittel: Das Clärchen in der Meienbergstraße 10 besteht seit Dezember 2015 und will beispielgebend sein für Nachhaltigkeit, gegen Massenkonsum, für artgerechte Tierhaltung, gegen Müll und weggeworfene Lebensmittel. Deshalb verkaufen wir unsere Waren saisonal, regional, ökologisch hergestellt und verpackungsreduziert.

Wir bieten neben Grundnahrungsmitteln wie Trockenprodukten, Getränken, Backwaren auch frisches Obst und Gemüse, eine feine regionale Käsetheke und täglich frisches Fleisch in Demeter Qualität sowie Thüringer Wurstwaren und Schinken nach traditioneller Rezeptur.


„Zweifle nie daran, dass eine kleine Gruppe engagierter Menschen die Welt verändern kann - tatsächlich ist dies die einzige Art und Weise, in der die Welt jemals verändert wurde." - Margaret Mead
Andrea

Andrea über sich: Ich arbeite seit drei Jahren als Quereinsteigerin im Gemüseanbau und habe davon zwei Jahre den Gemüseanbau in Plumvillage, einer buddhistischen Gemeinschaft in Frankreich, aufgebaut. Seit letztem Jahr bin ich wieder zurück in Deutschland und freue mich bei diesem engagierten und inspirierenden Projekt mitwirken zu können. Mir macht es einfach sehr viel Freude mit dem Land und den Pflanzen zu arbeiten.

Das vielleicht spannenste an Solidarischer Landwirtschaft ist für mich, dass wir einfach anfangen können die Welt zu verändern, ohne darauf zu warten, dass es jemand anderes macht. Daneben arbeite ich für noch in einem kleineren Projekt als Koordination für das Bundesnetzwerk Solidarische Landwirtschaft e.V.


"Solidarische Landwirtschaft ist für mich ein gangbar-spannender Weg, um Alternativen in die Praxis umzusetzen."
Maria

Und genau das machen wir jetzt :) - sagt Maria:
Ich arbeitete im letzten Leben als Geologin auf Seiten der Düngemittelindustrie, kam dann über globalisierungskritische Literatur und das Netzwerk Attac zum dem Schluss, dass es Alternativen zum bestehenden (Wirtschafts-)System gibt.

Mein anschließendes Gartenbaustudium an der FH Erfurt habe ich genutzt, um möglichst viel im ökologischen und solidarischen Gemüsebau zu lernen. Seit 2018 arbeite ich in der Gemüsewerkstatt Grünschnabel in Cobstädt (Gemeinde Drei Gleichen) und freue mich jeden Tag darauf, in einem tollen Kollektiv draußen zu arbeiten.


Christian, Manfred und Tim im Clärchen (Photo © TA/Huff)
Photo-TA

Ökologisch | Saisonal | kurze Transportwege | keine Verpackung Passendes Land für das Projekt zu finden war alles andere als einfach, im Raum Erfurt gar unmöglich. Einerseits bekennt die Politik sich zur Ökologischen Landwirtschaft, doch werden weniger als fünf Prozent der landwirtschaftlich genutzten Flächen ökologisch bewirtschaftet.


Peter

Peter: An alle Erfurter Solawistas - Meine besten Wünsche für den Start!!
„Solidarische Landwirtschaft“ ist ein Thema, dass mich schon seit einigen Jahren beschäftigt. Den ersten Kontakt hatte ich in Berlin, in einer Gärtnerei, wo ich als Praktikant Gemüse anbaute. Was mich am meisten an diesem Konzept begeisterte, war das Miteinander und das Gruppengefühl von „Wir bauen hier gemeinsam was richtig Gutes auf und an;)“. Diese Gefühl hat sich über die Jahre zu einer festen Überzeugung gewandelt. Ich kenne nun verschiedene SoLawi-Höfe und viele davon halte ich für inspirierende Beispiele einer zukunftsfähigen Landwirtschaft.

Gern habe ich bei der Entstehung eingebracht, was ich an SoLawi-Erfahrung als Gärtner und durch meine Tätigkeit für das Netzwerk Solidarische Landwirtschaft an Erfahrung und Wissen gesammelt habe. Im Jahr 2018 werde ich immer wieder mitmachen und ansprechbar sein...da ich jedoch viel unterwegs sein werde, kann ich selber kein Ernteteiler werden.


Manfred

Manfred hat die Initiative 2015 ins Leben gerufen:
Ich bin 2013 nach Erfurt gezogen und war verblüfft über das geringe Angebot an Bio-Lebensmitteln in einer Landeshauptstadt. Ich hatte von Erfurt gehört, dass es im 19. Jahrhundert das Zentrum des Gartenbaus in Deutschland gewesen sei. Davon schien nicht alzu viel übrig geblieben zu sein, bis auf wenige Gemüsestände auf dem Wochenmarkt am Domplatz.

Das Angebot im Bereich Bio-Lebensmittel hat sich inzwischen gebessert. Doch von der Vielfalt des Angebots in den Super-Bio-Markt Regalen, stammt das Wenigste überhaupt aus Thüringen, geschweige denn aus der Region Erfurt. Das Gärtnerhandwerk, zumindest in der Sparte Gemüsebau, steht hier kurz vor dem Aussterben. Glücklicherweise bewirtschafte ich einen kleinen Pachtgarten und bin zumindest im Sommer mit eigenem Obst und Gemüse bestens versorgt.

Kaltblutgespann

Nicht jede/r kann es sich zeitlich erlauben das eigene Gemüse anzubauen, wie es noch vor wenigen Jahrzehnten üblich war. Auch das Wissen, um die gärtnerischen Tätigkeiten nimmt dramatisch ab, nicht nur bei der Stadtbevölkerung. Als ehemaliger Landschaftsgärtner bin ich mit vielen Tätigkeiten in den 'grünen Berufen' vertraut. Während einer Tour zu einem Permakultur Projekt in Hessen lernte ich 2007 die SoLawi-Wurzelwerk kennen, die mit einem Thüringer Kaltblut-Gespann arbeitet. Das hat mich so 'nachhaltig' beeindruckt, dass ich die Idee der 'Solidarischen Landwirtschaft' seither mit mir herumtrage. Was lag also näher als in der Region Erfurt selbst eine zu gründen?


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