SoLawi - Menschen teilen sich Boden, Arbeit und Ernte

Hinter dem Modell SoLawi steht eine völlig andere Idee der Zusammenarbeit zwischen Landwirtschaft und VerbraucherInnen. Die VerbraucherInnen kaufen nicht mehr einzelne Lebensmittel, sondern finanzieren gemeinsam einen landwirtschaftlichen Hof oder eine Gärtnerei. Im Gegenzug erhalten sie für einen pauschalen monatlichen Beitrag quasi ein "all you can eat" Arrangement für eine große Vielfalt an Produkten von diesem Hof.

Die komplette Doku über die SoLawi Freiburg heißt: "Die Strategie der krummen Gurken"

Die Essenz dieser Beziehung zwischen LandwirtIn und VerbraucherIn ist eine gegenseitige Vereinbarung: Der Hof (oder die Gärtnerei) ernährt die Mitglieder der Gemeinschaft und alle teilen sich die damit verbundene Verantwortung, das Risiko, die Kosten und die Ernte! Damit schaltet die SoLawi-Gemeinschaft den Markt aus.

Statt sich selbst und den/die LandwirtIn zum Spielball der Marktpreise zu machen, entscheiden die Mitglieder gemeinschaftlich, wie und was produziert werden soll. Bäuerin oder GärtnerIn erhalten dadurch eine größere Planungssicherheit und hoffentlich auch eine reelle Entlohnung für ihren Einsatz.

In der solidarischen Landwirtschaft wird der errechnete Jahresbedarf durch eine sogenannte Bieterrunde von den Mitgliedern aufgebracht. Ein 'leistungsfähiges Mitglied' trägt demnach eine höhere Bieterlast als ein weniger 'leistungsfähiges Mitglied'. Darüber hinaus ist die ehrenamtliche Mitarbeit bei höfischen Aktivitäten, beispielsweise die Hilfe bei landwirschaftlicher Arbeit, Reparaturen, Lebensmittelverteilung und Ähnlichem zumeist erwünscht, aber nicht unbedingt zwingend.

Die Schweizer nennen es 'regionale Vertragslandwirtschaft', im englischen Sprachraum ist es als 'Community Supported Agriculture' (CSA) bekannt. Diese Form der Erzeuger Verbraucher Gemeinschaft gibt LandwirtInnen und GärtnerInnen die Möglichkeit sich auf ihre Haupttätigkeit zu konzentrieren: Pflege und Erhalt eines ökologisch intakten Bodens.

Gleichzeitig trägt die Solidarische Landwirtschaft zur wirtschaftlichen Stärkung kleiner Höfe bei und unterstützt die Umsetzung des politisch gesteckten Ziels, den Anteil des Ökoanbaus zu erhöhen. In Thüringen liegt dieser Anteil bei weniger als 10% der landwirtschaftlich genutzen Fläche bei einer Beteiligung von 6% der erzeugenden Betriebe.

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