SoLawi Erfurt - wir fordern eine Verantwortung zur Mitgestaltung des Ernährungssystems

Ernährung ist ein Thema das jeden Menschen existentiell betrifft. Der persönliche Ernährungsstil hat direkten Einfluß auf die Größe der landwirtschaftlichen Fläche, die nötig ist um uns mit Lebensmitteln zu versorgen. Die dafür zur Verfügung stehenden Flächen schrumpfen weltweit und die Qualität der nutzbaren Böden nimmt dramatisch ab.

Boden ist ein nicht vermehrbares Gut und wird von uns beansprucht, als sei er unerschöpflich. Wir leben auf dem Boden und von ihm, wir bauen Häuser und Straßen auf ihm. Boden ist Lebensraum für eine schier unendliche Zahl von Organismen und fast alle Lebensmittel wachsen in ihm. Er ist als Teil unserer Daseinsvorsorge unersetzlich. Doch statt den Boden als Lebensgrundlage zu schützen, gehen weltweit durch falsche Nutzung jährlich rund 75 Milliarden Tonnen fruchtbaren Bodens verloren. Bodenschutz lässt sich darum nicht mehr länger vertagen.

Die Landwirtschaft steht als größter Bodennutzer vor enormen Herausforderungen: Bei erhöhtem Preisdruck, beschleunigtem Klimawandel, wachsender Flächenkonkurrenz und vielen anderen Faktoren soll sie gleichzeitig die Aspekte der Nachhaltigkeit wahren. Nicht erneuerbare Ressourcen und Land sollen nicht weiter verknappt, die biologische Vielfalt geschützt und somit Land, Wasser und Boden für künftige Generationen bewahrt werden.

Wir fordern eine Verantwortung zur Mitgestaltung des Ernährungssystems, das die industrielle Produktions- und Vertriebsweise nicht bieten kann. In direkter Zusammenarbeit mit den ErzeugerInnen können die AbnehmerInnen die Rahmenbedingungen weitaus stärker nach ihren Vorstellungen mitgestalten, als es über den passiven Konsum möglich ist. Den LandwirtInnen und GärtnerInnen ermöglicht die Solidarische Landwirtschaft (Regionale Vertragslandwirtschaft oder Community supported Agriculture - CSA) sich auf ihre Haupttätigkeit zu konzentrieren: Pflege und Erhalt eines ökologisch intakten Bodens. Mit der Natur arbeiten - nicht gegen sie!

Jakobus erläutert sein Mischkultursystem (2011)
Jakobus

Wie gewerblicher Gemüsebau nach agrarökologischen Prinzipien aussehen kann, zeigt die Familie Langerhorst aus Österreich. Seit 1973 Jahren arbeiten sie erfolgreich auf der Grundlage von Mischkultursystemen, die von Gertrud Franck entwickelt wurden. Wie sie mit Pflanzen guten Boden schaffen erklärte uns Jakobus bei einem Besuch anhand praktischer Beispiele. Er hat sein Wissen immer großzügig geteilt und seine Frau Margarete hält weiterhin auch Vorträge in Deutschland, in denen sie ihr gesammeltes Wissen weitergibt. Zuletzt auf dem 'Symposium Aufbauende Landwirtschaft' in der Gemeinschaft Tempelhof.

Ausführliche Informationen zum Konzept der "Solidarischen Landwirtschaft" findest Du auf unserer Infoseite, dazu ausgesuchte Links und Lesenswertes zu den Themen Ernährungssouveränität, Agrarökologie, Bodenschutz und Landraub (Landgrabbing).

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